USB-Steckdosen im Bestandshaus nachrüsten: So gelingt die Modernisierung

Das Smartphone lädt auf der Küchenarbeitsplatte, das Tablet am Bett, die Kopfhörer auf dem Schreibtisch. In fast jedem Haushalt stapeln sich heute die Ladekabel, und überall wird ein freier Anschluss gesucht. Klassische Steckdosen sind dafür längst zu knapp bemessen, denn jedes Netzteil belegt eine komplette Steckdose. Genau hier setzen USB-Steckdosen an. Sie kombinieren die gewohnte Schuko-Steckdose mit einem oder mehreren integrierten USB-Anschlüssen, sodass mobile Geräte direkt aus der Wand geladen werden können, während die eigentliche Steckdose für Mixer, Lampe oder Staubsauger frei bleibt.

Die gute Nachricht für alle, die in einem bestehenden Haus oder einer Wohnung leben: USB-Steckdosen lassen sich in den allermeisten Fällen problemlos nachrüsten, ohne dass Wände aufgestemmt oder neue Leitungen verlegt werden müssen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie das Nachrüsten funktioniert, worauf es technisch ankommt und warum diese Arbeit in Deutschland in die Hände eines qualifizierten Elektrikers gehört.

Was sind USB-Steckdosen und wie funktionieren sie?

Eine USB-Steckdose sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Unterputz-Steckdose. Hinter der Blende steckt jedoch zusätzlich ein kleines Ladegerät, das den 230-Volt-Wechselstrom aus dem Hausnetz auf die niedrige Gleichspannung herunterregelt, die USB-Geräte benötigen. Bei USB-A sind das in der Regel 5 Volt, moderne Modelle mit USB-C und Power Delivery können die Spannung dynamisch anpassen und dadurch deutlich schneller laden.

Der entscheidende Vorteil liegt im Komfort. Sie benötigen kein loses Netzteil mehr, sondern stecken einfach das Ladekabel direkt in die Wand. In einem Gehäuse vereint die Steckdose damit zwei Funktionen, und gute Geräte verbrauchen im Leerlauf kaum Strom, hochwertige Modelle liegen im Standby unter 0,1 Watt. Achten sollten Sie auf geprüfte Produkte mit VDE-Zeichen oder einer TÜV-Zertifizierung, die nach den einschlägigen Normen wie der DIN VDE 0620 gefertigt sind. Diese bieten elektronischen Kurzschluss- und Überlastschutz und sorgen so für sicheren Betrieb im Alltag.

Warum sich das Nachrüsten im Bestand besonders lohnt

In Neubauten werden USB-Steckdosen heute oft schon standardmäßig eingeplant. In älteren Häusern und Wohnungen dagegen wurden die Steckdosen zu einer Zeit gesetzt, in der es kaum mobile Geräte gab. Wer heute mehrere Smartphones, Tablets, Smartwatches und Kopfhörer im Haushalt hat, stößt schnell an die Grenzen der vorhandenen Anschlüsse.

Das Nachrüsten ist deshalb so attraktiv, weil in den meisten Fällen einfach eine vorhandene Steckdose gegen ein USB-Modell getauscht wird. Die Stromleitung, der Stromkreis und die Unterputzdose sind bereits vorhanden, es entsteht also kein Schmutz durch Stemmarbeiten und keine wochenlange Baustelle. Der Tausch einer einzelnen Steckdose ist für einen erfahrenen Elektriker eine Sache von Minuten. Das macht USB-Steckdosen zu einer der unkompliziertesten und zugleich wirkungsvollsten Modernisierungen, die Sie in einem Bestandshaus vornehmen können.

Worauf es beim Nachrüsten ankommt

Auch wenn der Austausch einfach klingt, gibt es einige Punkte, die über den Erfolg entscheiden. Diese Details prüft Ihr Elektriker vorab, damit das Ergebnis am Ende auch optisch und technisch überzeugt.

Die Einbautiefe der Gerätedose. Das ist der wichtigste Punkt. USB-Steckdosen sind wegen der eingebauten Ladeelektronik meist tiefer als gewöhnliche Steckdosen derselben Baureihe. Standard-Gerätedosen sind häufig nur rund 40 bis 45 Millimeter tief. Manche USB-Modelle kommen damit gut zurecht und sind besonders flach gebaut, andere benötigen eine tiefe Gerätedose. Reicht der Platz nicht aus, gibt es zwei Lösungen, entweder wird eine tiefere Unterputzdose gesetzt, oder es kommt ein passender Aufputz- beziehungsweise erhöhter Rahmen zum Einsatz, der den normativ geforderten Freiraum hinter dem Gerät einhält. Welche Variante sinnvoll ist, beurteilt der Elektriker direkt vor Ort, nachdem er die vorhandene Dose geprüft hat.

Der Durchmesser der Dose. Unterputz- und Hohlwanddosen sind in Deutschland auf einen Durchmesser von 68 Millimetern genormt. USB-Steckdosen passen daher grundsätzlich in das vorhandene System, sofern die Tiefe stimmt.

Der Ladestrom. Wer schnell laden möchte, sollte auf die Leistung der USB-Anschlüsse achten. Ältere oder sehr günstige Modelle liefern teils nur geringe Ströme und laden entsprechend langsam. Empfehlenswert sind Steckdosen, deren USB-Ports zusammen mindestens rund 2 Ampere bereitstellen, viele aktuelle Geräte bieten 3 Ampere und mehr. Geräte laden zwar auch an schwächeren Anschlüssen, brauchen dafür aber deutlich länger.

USB-A oder USB-C. Da sich USB-C als moderner Standard durchgesetzt hat, lohnt es sich, ein Modell mit mindestens einem USB-C-Anschluss zu wählen, idealerweise mit Power Delivery für das Schnellladen aktueller Smartphones und Tablets. Kombimodelle mit je einem USB-A- und einem USB-C-Port sind eine zukunftssichere Wahl, weil sie ältere und neue Kabel gleichermaßen bedienen.

Die passende Optik. Damit sich die neue Steckdose harmonisch einfügt, sollte sie zum vorhandenen Schalterprogramm und zur Rahmenfarbe passen. Viele Hersteller bieten USB-Steckdosen in den gängigen Designserien an, sodass sich ein einheitliches Bild an der Wand ergibt.

Warum die Installation in die Hände eines Elektrikers gehört

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis, der in Deutschland gesetzlich klar geregelt ist. Auch wenn der Austausch einer Steckdose handwerklich machbar erscheint, dürfen Laien diese Arbeit nicht selbst ausführen. Die Niederspannungsanschlussverordnung schreibt in Paragraf 13 vor, dass Arbeiten an der festen elektrischen Anlage, die mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist, ausschließlich von einem im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Elektrikerbetrieb durchgeführt werden dürfen.

Das hat einen guten Grund, denn eine unsachgemäß angeschlossene Steckdose kann zu Überspannung, Kurzschluss, Kabelbrand oder einem Stromschlag führen. Hinzu kommt ein praktischer Aspekt, bei Schäden durch selbst ausgeführte Arbeiten an der Hausinstallation kann der Versicherungsschutz erlöschen, und Sie haften unter Umständen selbst für Folgeschäden. Das Auswechseln einer durchgebrannten Schmelzsicherung oder eines Leuchtmittels ist erlaubt, der Tausch oder Anschluss einer Steckdose dagegen ausdrücklich nicht.

Wer USB-Steckdosen nachrüsten möchte, beauftragt deshalb am besten einen qualifizierten Elektriker. Das ist nicht nur die rechtlich saubere Lösung, sondern auch die sicherste, denn der Fachmann prüft zugleich, ob der vorhandene Stromkreis und der Schutzleiter in Ordnung sind.

So geht der Elektriker beim Nachrüsten vor

Damit Sie eine Vorstellung vom Ablauf bekommen, hier die typischen Schritte, die ein Elektriker beim Austausch durchführt.

Zunächst wird der betreffende Stromkreis am Sicherungskasten freigeschaltet und die Spannungsfreiheit überprüft, denn Sicherheit hat oberste Priorität. Anschließend nimmt der Elektriker die alte Steckdose aus der Gerätedose und beurteilt den Zustand der vorhandenen Adern sowie die verfügbare Einbautiefe. Sitzt alles korrekt und ist genug Platz vorhanden, klemmt er die USB-Steckdose nach Schaltplan an, Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter werden dabei sorgfältig kontaktiert. Danach wird das Gerät passgenau in der Dose verschraubt, der Rahmen aufgesetzt und die Steckdose wieder unter Spannung gesetzt. Zum Abschluss prüft der Elektriker die Funktion der Schuko-Steckdose und der USB-Anschlüsse, bevor er die Arbeit übergibt. Für einen Profi ist dieser Vorgang in kurzer Zeit erledigt, häufig lassen sich mehrere Steckdosen in einem Termin nachrüsten.

Wo sich USB-Steckdosen besonders auszahlen

Grundsätzlich profitieren Sie überall dort, wo regelmäßig mobile Geräte geladen werden. Besonders sinnvoll sind USB-Steckdosen an folgenden Orten. In der Küche, wo Tablets für Rezepte genutzt werden und gleichzeitig Toaster oder Mixer einen Anschluss brauchen. Im Schlafzimmer auf beiden Seiten des Betts als feste Ladeplätze für Smartphone und Smartwatch. Am Schreibtisch im Arbeits- oder Kinderzimmer, wo Laptop, Kopfhörer und Powerbank versorgt werden wollen. Und im Flur oder Eingangsbereich als zentrale Ladestation für unterwegs. Auch in Büros, Praxen und Ferienwohnungen sind USB-Steckdosen ein praktischer Komfortgewinn, der von Mietern und Gästen geschätzt wird.

Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten

Der häufigste Fehler ist der spontane Kauf im Baumarkt, ohne vorher die Einbautiefe der vorhandenen Dose zu kennen. Passt die Steckdose nicht, entstehen unschöne, abstehende Rahmen oder das Gerät lässt sich gar nicht erst sauber montieren. Ebenso problematisch sind sehr günstige Billigmodelle ohne anerkannte Prüfzeichen, die im schlimmsten Fall Geräte beschädigen oder ein Sicherheitsrisiko darstellen. Lassen Sie sich vor dem Kauf von Ihrem Elektriker beraten, welches Modell zu Ihrer Hausinstallation und Ihrem Schalterprogramm passt, dann sparen Sie sich Ärger und Fehlkäufe.

Fazit

USB-Steckdosen nachzurüsten ist eine der einfachsten und zugleich alltagstauglichsten Modernisierungen für jedes Bestandshaus. Schluss mit dem Wirrwarr aus Netzteilen und dem Wettkampf um die freien Steckdosen, stattdessen feste, aufgeräumte Ladeplätze in jedem Raum. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die richtige Einbautiefe, ein ausreichender Ladestrom, ein moderner USB-C-Anschluss und ein geprüftes Markenprodukt. Da der Anschluss an die feste Hausinstallation in Deutschland einem eingetragenen Elektriker vorbehalten ist, sind Sie mit einem Fachbetrieb auf der sicheren Seite, rechtlich, technisch und in puncto Versicherungsschutz.

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