Was kostet die Elektroinstallation eines ganzen Hauses? Preise, Faktoren und Spartipps für 2026

Elektriker und Kunde planen Elektroinstallation im Rohbau.

Wer ein Haus baut, saniert oder eine alte Wohnung modernisiert, kommt um eine zentrale Frage nicht herum: Was kostet eigentlich die gesamte Elektroinstallation? Die Antwort fällt selten so eindeutig aus, wie sich Bauherren und Eigentümer das wünschen. Die Spanne reicht von 75 Euro pro Quadratmeter bei einer einfachen Grundinstallation bis weit über 200 Euro pro Quadratmeter, wenn ein modernes Smart-Home-System mit KNX-Bus gewünscht ist. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, woraus sich die Kosten zusammensetzen, mit welchen Beträgen Sie 2026 realistisch rechnen müssen und wie Sie bei der Planung sinnvoll Geld sparen können, ohne an Sicherheit oder Qualität zu sparen.

Die Kosten auf einen Blick

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche müssen Sie 2026 mit folgenden Richtwerten kalkulieren. Eine klassische Standard-Elektroinstallation im Neubau kostet etwa 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter, was bei 150 Quadratmetern Gesamtkosten zwischen 11.250 und 15.000 Euro entspricht. Bei einer gehobenen Ausstattung mit Smart-Home-Komponenten steigen die Kosten auf 120 bis 180 Euro pro Quadratmeter, also rund 18.000 bis 27.000 Euro. Im Altbau liegt die komplette Elektrosanierung erfahrungsgemäß zwischen 80 und 150 Euro pro Quadratmeter, weil zusätzliche Stemm-, Putz- und Demontagearbeiten anfallen.

Als grobe Faustformel gilt bei Neubauten: Rechnen Sie mit drei bis fünf Prozent der gesamten Baukosten für die Hauselektrik. Bei einem 350.000 Euro teuren Hausbau bedeutet das etwa 10.500 bis 17.500 Euro für die komplette elektrische Versorgung.

Die wichtigsten Kostenfaktoren

Wohnfläche und Anzahl der Räume

Die Quadratmeterzahl ist der wichtigste Hebel. Mehr Fläche bedeutet mehr Kabel, mehr Stromkreise, mehr Steckdosen und mehr Arbeitsstunden für den Elektriker. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet selten mehr als 8.000 bis 12.000 Euro, ein freistehendes Einfamilienhaus mit 200 Quadratmetern dagegen schnell 18.000 bis 35.000 Euro.

Ausstattungsstufe nach RAL-RG 678 und DIN 18015

Die Norm RAL-RG 678 unterscheidet drei Ausstattungswerte. Der Ausstattungswert 1 entspricht der gesetzlichen Mindestausstattung, die heute kaum noch jemand wählt. Der Ausstattungswert 2 ist die Standardausstattung und wird von Fachverbänden klar empfohlen, hier sind beispielsweise in einem 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer mindestens sechs Steckdosen vorgesehen. Der Ausstattungswert 3 ist die Komfortstufe mit zehn oder mehr Steckdosen pro Raum, Netzwerkanschlüssen, Bewegungsmeldern und vorbereiteten Bus-Leitungen.

Neubau oder Sanierung

Im Neubau verlegt der Elektriker alle Leitungen, bevor die Wände verputzt werden. Das ist schneller, sauberer und günstiger. In einer Bestandsimmobilie muss zuerst die alte Anlage demontiert werden, dann werden Schlitze gefräst, neue Leitungen verlegt und die Wände wieder verschlossen. Allein das Stemmen kostet rund 20 bis 33 Euro pro laufendem Meter. Insgesamt liegen Sanierungen daher 20 bis 40 Prozent über vergleichbaren Neubauten.

Stundensatz des Elektrikers und Region

Der Stundensatz eines qualifizierten Elektrikers bewegt sich 2026 deutschlandweit zwischen 55 und 85 Euro brutto, in Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt auch darüber. Spezialisten für KNX, Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur können bis zu 115 Euro pro Stunde berechnen. Hinzu kommen Anfahrtskosten von durchschnittlich 50 bis 100 Euro pro Einsatz, sofern es sich nicht um eine Komplettbaustelle handelt.

Beispielrechnung für ein 140-Quadratmeter-Einfamilienhaus

Damit Sie eine konkrete Vorstellung bekommen, hier eine realistische Beispielkalkulation für einen Neubau mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und mittlerer Standardausstattung:

Die Materialkosten für Sicherungskasten, FI-Schutzschalter, Überspannungsschutz, Kabel, Steckdosen, Schalter, Leerrohre und Verteiler liegen bei etwa 4.500 bis 6.000 Euro. Die Arbeitsleistung des Elektrikers schlägt bei rund 110 bis 140 Arbeitsstunden mit etwa 6.600 bis 9.800 Euro zu Buche. Zusätzliche Posten wie Außenleuchten, Wallbox-Vorbereitung oder zentrale Klingelanlage erhöhen die Summe um weitere 1.000 bis 2.500 Euro. Unterm Strich landen Sie bei einer realistischen Gesamtsumme von rund 12.000 bis 18.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Wer dieselbe Wohnfläche mit einem KNX-Bussystem ausstatten möchte, sollte mindestens 22.000 bis 28.000 Euro einplanen, in der Premiumvariante sind auch 35.000 bis 50.000 Euro keine Seltenheit.

Smart Home: Lohnt sich der Aufpreis?

Ein modernes Bussystem wie KNX, LCN oder Loxone steuert Licht, Rollläden, Heizung, Beschattung und Sicherheitstechnik zentral und intelligent. Die Mehrkosten gegenüber einer klassischen Verkabelung liegen bei 50 bis 100 Prozent. Wer langfristig denkt, profitiert allerdings von Energieeinsparungen, höherem Wohnkomfort und einer deutlichen Wertsteigerung der Immobilie. Wichtig ist eine durchdachte Planung gemeinsam mit einem zertifizierten Fachbetrieb, der einen kompletten Elektroservice für Smart-Home-Lösungen anbietet.

Wer die Investition heute nicht stemmen kann, sollte trotzdem ausreichend Leerrohre und Datenleitungen verlegen lassen. So lässt sich die Anlage später ohne erneutes Aufstemmen der Wände erweitern, was bei einer späteren Elektroreparatur oder Nachrüstung mehrere tausend Euro spart.

Wann ist eine Elektrosanierung im Altbau notwendig?

Fachleute und der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) empfehlen, die Hauselektrik spätestens alle 30 bis 40 Jahre überprüfen und gegebenenfalls erneuern zu lassen. Veraltete Stoffisolierungen, fehlende FI-Schutzschalter, klassische Nullung statt Schutzleiter oder unzureichend dimensionierte Sicherungen sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko und können zu Bränden, Stromschlägen oder Geräteschäden führen. Anzeichen für dringenden Handlungsbedarf sind häufig auslösende Sicherungen, warme Steckdosen, flackerndes Licht oder ein deutlicher Brandgeruch in der Wand. In solchen Fällen sollten Sie umgehend einen Elektriker für eine Elektroreparatur kontaktieren, im akuten Gefahrenfall am besten direkt den Elektronotdienst.

Vor jeder Sanierung empfiehlt sich ein E-Check durch einen Fachbetrieb. Dabei prüft eine Elektrofachkraft alle Verteiler, Leitungen, Schalter und Steckdosen nach den geltenden VDE-Normen, dokumentiert den Zustand und deckt versteckte Gefahrenquellen auf. Die Kosten für einen E-Check liegen je nach Hausgröße bei etwa 150 bis 400 Euro und sind in jeder Sanierungsplanung gut investiertes Geld.

So sparen Sie bei der Elektroinstallation richtig

Mehrere Angebote einholen

Holen Sie immer drei bis vier schriftliche Angebote von regionalen Fachbetrieben ein. Achten Sie nicht nur auf den Endbetrag, sondern auf eine detaillierte Aufstellung von Material, Arbeitsstunden, Stundensätzen und Nebenkosten. Dumpingangebote ohne klare Kalkulation sind oft ein Warnzeichen, ein seriöser Elektro-Service nennt seine Preise transparent.

Eigenleistung in Absprache mit dem Fachbetrieb

Bestimmte Arbeiten dürfen Sie als handwerklich begabter Bauherr selbst übernehmen. Dazu gehören das Stemmen der Schlitze, das Setzen von Anschlussdosen, das Verlegen von Leerrohren und das Verschließen der Wände nach der Verlegung. So lassen sich beim Neubau eines Einfamilienhauses 2.000 bis 3.000 Euro einsparen. Wichtig: Anschluss, Inbetriebnahme und Abnahme der Anlage müssen aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen immer von einem eingetragenen Fachbetrieb durchgeführt werden.

Standardkomponenten statt Designserien

Designschalter und Premiumsteckdosen können das Drei- bis Fünffache von Standardmodellen kosten. Wer in den Hauptwohnräumen auf hochwertige Markenartikel setzt und in Keller, Hauswirtschaftsraum oder Abstellräumen Standardkomponenten wählt, spart oft 500 bis 1.500 Euro, ohne dass es optisch ins Gewicht fällt.

Zukunftssicher planen statt nachträglich nachrüsten

Jede spätere Nachrüstung kostet ein Mehrfaches der ursprünglichen Verlegung, weil die Wände erneut geöffnet werden müssen. Planen Sie deshalb von Anfang an ausreichend Stromkreise, Datenleitungen und Vorrüstungen für Wallbox, Photovoltaik und Sat-Anlage ein. Ein guter Elektriker berät Sie offen, welche Vorinstallation sinnvoll ist und welche überflüssig wäre.

Wann Sie einen Elektriker hinzuziehen sollten

Ob bei der ersten Planung eines Neubaus, bei der Sanierung einer Bestandsimmobilie oder bei einem akuten Defekt, an einigen Punkten führt kein Weg am Fachmann vorbei. Für die komplette Neuinstallation und für jede größere Erweiterung benötigen Sie zwingend einen eingetragenen Elektriker, der einen umfassenden Elektroservice mit Planung, Ausführung und Abnahme bietet. Bei kleineren Defekten wie einer ausgefallenen Steckdose, einer flackernden Lampe oder einer ständig auslösenden Sicherung ist eine fachgerechte Elektro-Reparatur die richtige Lösung, denn improvisierte Eigenreparaturen können Versicherungsschutz und Gewährleistung gefährden.

Bei akuten Gefahrensituationen wie Brandgeruch, sichtbarem Funkenflug, einem kompletten Stromausfall ohne erkennbare Ursache oder Wasser an stromführenden Leitungen sollten Sie keine Sekunde zögern und sofort den Elektro-Notdienst alarmieren. Ein qualifizierter Elektronotdienst ist rund um die Uhr erreichbar, kommt auch nachts, an Sonntagen und Feiertagen, und kann mit der nötigen Messtechnik die Ursache zuverlässig finden und absichern.

Fazit: Realistische Budgetplanung schützt vor bösen Überraschungen

Die Kosten für die Elektroinstallation eines kompletten Hauses lassen sich nicht pauschal beziffern, gute Richtwerte gibt es trotzdem. Für ein Standardhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche sollten Sie 2026 etwa 12.000 bis 18.000 Euro einplanen, mit Smart-Home-Ausstattung das Anderthalb- bis Zweifache. Sanierungen liegen 20 bis 40 Prozent über den Neubaupreisen. Wer früh plant, mehrere Angebote vergleicht, sinnvolle Eigenleistungen einbringt und konsequent auf einen seriösen Fachbetrieb für Beratung, Elektroservice, Elektroreparatur und im Ernstfall auch für den Elektronotdienst setzt, bekommt am Ende nicht nur eine sichere und normgerechte Anlage, sondern auch eine zukunftssichere Investition, die mehrere Jahrzehnte hält.

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