Was tun, wenn im ganzen Haus plötzlich der Strom ausfällt?

Elektriker verbindet Stromkabel in einer Wanddose während einer Installation oder Reparatur.
Detailaufnahme von Händen mit Schutzhandschuhen und Werkzeug bei der Elektroarbeit im Haus.

Ein plötzlicher Stromausfall im ganzen Haus sorgt meist erst einmal für einen Schreck. Von einer Sekunde auf die andere sind alle Lichter aus, der Kühlschrank verstummt, der Fernseher wird schwarz und das WLAN funktioniert nicht mehr. In diesem Moment ist es wichtig, ruhig zu bleiben und Schritt für Schritt vorzugehen. In vielen Fällen lässt sich die Ursache mit etwas Wissen selbst finden und beheben. In anderen Fällen sollten Sie besser einen Elektriker rufen, der sich mit der Anlage auskennt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie bei einem kompletten Stromausfall im Haus tun können, worauf Sie achten sollten und wann professionelle Hilfe gefragt ist.

Erster Schritt: Ruhe bewahren und einen Überblick verschaffen

Bevor Sie irgendetwas anfassen, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen. Suchen Sie zuerst eine Taschenlampe oder nutzen Sie die Taschenlampenfunktion Ihres Smartphones. Von offenen Flammen wie Kerzen raten viele Fachleute ab, vor allem, wenn Sie eine Ursache noch nicht kennen. Eine gute Lichtquelle hilft Ihnen, sicher zum Sicherungskasten zu gelangen und dort alles genau zu erkennen.

Atmen Sie kurz durch und prüfen Sie in Ruhe die Lage. Ein kompletter Stromausfall ist zwar unangenehm, aber selten sofort gefährlich. Mit einem strukturierten Vorgehen finden Sie die Ursache meist schneller, als Sie denken.

Betrifft der Ausfall nur Ihr Haus oder die ganze Nachbarschaft?

Die wichtigste Frage zuerst: Ist nur Ihr Haus betroffen oder die gesamte Umgebung? Diese Antwort entscheidet darüber, ob Sie selbst aktiv werden können oder ob das Problem beim Netzbetreiber liegt.

Schauen Sie dazu aus dem Fenster. Brennt bei den Nachbarn noch Licht? Funktioniert die Straßenbeleuchtung? Sehen Sie in anderen Häusern beleuchtete Fenster? Wenn ringsherum alles dunkel ist, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Störung im öffentlichen Stromnetz. Wenn nur Ihr Haus betroffen ist, während bei den Nachbarn alles normal läuft, liegt die Ursache in Ihrer eigenen Elektroinstallation.

Wenn die ganze Straße betroffen ist

Ist die gesamte Nachbarschaft ohne Strom, können Sie an Ihrer Anlage selbst nichts ausrichten. In diesem Fall ist der örtliche Netzbetreiber zuständig, also das Unternehmen, das für die Stromleitungen in Ihrer Region verantwortlich ist. Wichtig zu wissen: Der Netzbetreiber ist nicht automatisch derselbe wie Ihr Stromanbieter, bei dem Sie Ihren Tarif haben.

Die Störungsnummer Ihres Netzbetreibers finden Sie oft auf Ihrer Stromrechnung, auf der Webseite des Betreibers oder am Zählerschrank. Viele Netzbetreiber informieren zudem online über bekannte Störungen und geben eine ungefähre Dauer an. In den meisten Fällen ist die Versorgung nach kurzer Zeit wieder hergestellt, ohne dass Sie selbst etwas tun müssen. Nutzen Sie die Wartezeit sinnvoll und lesen Sie im weiteren Verlauf dieses Beitrags, wie Sie Ihre Geräte schützen.

Wenn nur Ihr Haus betroffen ist: der Sicherungskasten

Ist ausschließlich Ihr Haus dunkel, führt der Weg zum Sicherungskasten, der oft auch Verteilerkasten oder Zählerschrank genannt wird. Er befindet sich meist im Flur, im Keller, in der Garage oder in einem Hauswirtschaftsraum. Öffnen Sie die Klappe und werfen Sie einen genauen Blick auf die Schalter.

Den FI-Schutzschalter prüfen

Ein häufiger Grund für einen kompletten Stromausfall im Haus ist ein ausgelöster FI-Schutzschalter, der auch Fehlerstromschutzschalter oder RCD genannt wird. Dieser Schutzschalter überwacht, ob Strom auf einem ungewollten Weg abfließt, zum Beispiel durch einen Defekt an einem Gerät oder durch Feuchtigkeit. Erkennt er einen solchen Fehlerstrom, schaltet er blitzschnell ab und schützt Sie so vor einem gefährlichen Stromschlag.

Sie erkennen den FI-Schutzschalter meist an einer Prüftaste mit der Aufschrift „T“ oder „Test“. Wenn dieser Schalter nach unten gekippt ist, während die anderen oben stehen, hat er ausgelöst. Versuchen Sie, ihn wieder nach oben zu schalten. Bleibt er oben und der Strom kehrt zurück, war es vermutlich eine einmalige Störung.

Fällt der FI-Schutzschalter sofort wieder ab oder lässt er sich gar nicht erst nach oben bewegen, liegt ein echter Fehler in der Anlage oder an einem angeschlossenen Gerät vor. Hier sollten Sie nicht weiter herumprobieren, sondern einen Elektriker hinzuziehen.

Die Sicherungsautomaten prüfen

Neben dem FI-Schutzschalter finden Sie im Kasten die einzelnen Sicherungsautomaten, auch Leitungsschutzschalter genannt. Jeder von ihnen ist für einen bestimmten Bereich im Haus zuständig, etwa für die Küche, das Wohnzimmer oder die Steckdosen im Obergeschoss. Prüfen Sie, ob einer dieser Schalter nach unten gekippt ist.

Ein einzelner ausgelöster Sicherungsautomat weist meist auf eine Überlastung hin, zum Beispiel, wenn zu viele leistungsstarke Geräte gleichzeitig an einem Stromkreis hängen. Schalten Sie den betroffenen Automaten wieder ein. Löst er erneut aus, sollten Sie zunächst herausfinden, welches Gerät das Problem verursacht.

Die Ursache eingrenzen

Um das defekte Gerät zu finden, gehen Sie am besten systematisch vor. Ziehen Sie alle Stecker aus den Steckdosen des betroffenen Stromkreises und schalten Sie große Verbraucher aus. Setzen Sie danach die Sicherung zurück. Stecken Sie nun die Geräte nacheinander wieder ein und beobachten Sie, bei welchem die Sicherung erneut auslöst. Genau dieses Gerät ist dann höchstwahrscheinlich der Auslöser und sollte vorerst nicht mehr genutzt werden.

Die Hauptsicherung nicht selbst anfassen

Im Zählerschrank befindet sich außerdem die sogenannte Hauptsicherung, oft in Form eines SLS-Schalters. Sie ist in der Regel verplombt und gehört rechtlich zum Verantwortungsbereich des Netzbetreibers. An dieser Sicherung sollten Sie auf keinen Fall selbst hantieren. Ist die Hauptsicherung die Ursache oder wurde die Plombe beschädigt, ist das ein klarer Fall für einen Fachmann. Rufen Sie in diesem Fall einen Elektriker oder den Störungsdienst Ihres Netzbetreibers an.

Häufige Ursachen für einen kompletten Stromausfall

Damit Sie die Lage besser einschätzen können, hier ein Überblick über typische Ursachen. Sehr oft steckt eine einfache Überlastung dahinter, etwa wenn Herd, Wasserkocher, Mikrowelle und Toaster zeitgleich laufen. Auch ein defektes Gerät, das einen Kurzschluss oder einen Fehlerstrom verursacht, kommt häufig vor. Feuchtigkeit in Steckdosen, Verteilern oder Außenleitungen kann ebenfalls dazu führen, dass der FI-Schutzschalter auslöst.

Weitere Gründe sind veraltete oder überlastete Leitungen, lockere Klemmverbindungen oder Schäden an der Elektroinstallation, die mit der Zeit entstehen. In älteren Häusern reicht die vorhandene Anlage manchmal nicht mehr für den heutigen Strombedarf aus, denn moderne Geräte benötigen deutlich mehr Leistung als früher. Wenn die Lichter regelmäßig flackern oder Sicherungen ständig auslösen, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Elektriker die Anlage einmal genau überprüfen sollte.

Wichtige Sicherheitshinweise während des Stromausfalls

Während der Strom weg ist, gibt es ein paar Dinge, die Sie beachten sollten, um Schäden und Gefahren zu vermeiden.

Lassen Sie Kühlschrank und Gefrierschrank möglichst geschlossen. Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält die Kälte bei geschlossener Tür oft viele Stunden, teils bis zu einem Tag. Ein Kühlschrank bleibt bei geschlossener Tür ebenfalls einige Stunden ausreichend kalt. Jedes Öffnen lässt wertvolle Kälte entweichen.

Ziehen Sie empfindliche elektronische Geräte wie Fernseher, Computer oder die Spielekonsole aus der Steckdose. Wenn der Strom zurückkehrt, kann es zu einer kurzen Spannungsspitze kommen, die diese Geräte beschädigt. So schützen Sie Ihre Technik ganz einfach.

Fassen Sie niemals mit nassen Händen an Schalter, Steckdosen oder den Sicherungskasten. Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination. Wenn Sie einen verschmorten Geruch bemerken, Rauch sehen oder Funken auftreten, schalten Sie nach Möglichkeit den betroffenen Bereich ab und rufen Sie umgehend Hilfe. In solchen Situationen ist es besser, einmal zu viel als zu wenig vorsichtig zu sein.

Wann Sie einen Elektriker rufen sollten

Viele kleine Stromausfälle lassen sich mit den oben genannten Schritten selbst beheben. Es gibt jedoch klare Situationen, in denen Sie einen Elektriker rufen sollten, statt weiter selbst zu suchen.

Rufen Sie professionelle Hilfe, wenn der FI-Schutzschalter sich nicht zurücksetzen lässt oder sofort wieder auslöst. Das Gleiche gilt, wenn eine Sicherung immer wieder herausspringt, obwohl Sie keine Überlastung feststellen können. Auch bei verschmortem Geruch, sichtbaren Beschädigungen, Funkenbildung oder Rauch ist die Grenze der Eigenhilfe erreicht. Wenn Sie die Ursache trotz aller Prüfungen nicht finden, ist ein Fachmann die richtige und sicherste Wahl.

Ein erfahrener Elektriker erkennt schnell, ob es sich um einen einfachen Fehler oder ein tieferliegendes Problem in der Anlage handelt. Er verfügt über die passenden Messgeräte, um Fehlerströme, Kurzschlüsse und lockere Verbindungen sicher aufzuspüren. So vermeiden Sie nicht nur weitere Ausfälle, sondern sorgen auch für die Sicherheit aller Bewohner.

Schnelle Hilfe durch den Elektriker-Notdienst von Elektro Singer

Ein Stromausfall hält sich nicht an Bürozeiten. Er passiert oft abends, am Wochenende oder mitten in der Nacht, gerade dann, wenn Sie auf Strom angewiesen sind. Genau hier ist ein zuverlässiger Elektriker-Notdienst Gold wert. Elektro Singer ist rund um die Uhr für Sie da, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Unser Team aus geschulten Fachleuten kommt zeitnah zu Ihnen, findet die Ursache und sorgt dafür, dass bei Ihnen so schnell wie möglich wieder Licht ist.

Wir stehen für pünktliches Erscheinen, transparente Preise ohne versteckte Kosten und eine saubere, fachgerechte Arbeit. Ob im Privathaushalt, im Büro oder im gewerblichen Bereich, unser Notdienst hilft Ihnen sicher und schnell weiter.

Fazit

Ein kompletter Stromausfall im Haus ist im ersten Moment ärgerlich, aber mit dem richtigen Vorgehen meist gut in den Griff zu bekommen. Prüfen Sie zuerst, ob nur Ihr Haus oder die ganze Nachbarschaft betroffen ist. Kontrollieren Sie danach in Ruhe den Sicherungskasten, den FI-Schutzschalter und die einzelnen Sicherungen. Grenzen Sie mögliche defekte Geräte systematisch ein und beachten Sie die wichtigen Sicherheitshinweise. Sobald es unklar, gefährlich oder zu kompliziert wird, sollten Sie einen Elektriker rufen. Mit einem verlässlichen Elektriker-Notdienst an Ihrer Seite sind Sie auch bei einem plötzlichen Stromausfall jederzeit auf der sicheren Seite.

Lesen Sie weitere Blogbeiträge von Elektro-singer.de