Elektrik in der neuen Küche planen: So setzen Sie Steckdosen und Anschlüsse richtig

Die Küche ist der Raum mit dem höchsten Strombedarf im ganzen Zuhause. Herd, Backofen, Geschirrspüler, Kühlschrank, Kaffeevollautomat, Wasserkocher, Mixer und viele weitere Geräte wollen zuverlässig und oft auch gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Wer eine neue Küche plant, sollte die Stromversorgung deshalb von Anfang an mitdenken. Eine durchdachte Planung spart später viel Ärger, vermeidet unschöne Kabelschlangen auf der Arbeitsplatte und sorgt vor allem für Sicherheit. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei der Planung von Steckdosen und Anschlüssen wirklich ankommt, und warum sich die frühzeitige Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Elektriker auszahlt.

Warum sich eine gute Planung auszahlt

Eine Küche bleibt im Schnitt 15 bis 20 Jahre an ihrem Platz. Was Sie heute an Anschlüssen vergessen, ärgert Sie also viele Jahre lang. Das nachträgliche Verlegen von Leitungen ist aufwendig, weil Fliesen, Putz oder fertige Küchenmöbel im Weg stehen. Es ist deutlich günstiger, gleich ein paar Steckdosen mehr einzuplanen, als später Wände aufzustemmen. Genau deshalb gehört die Planung der elektrischen Installation in die erste Phase der Küchenplanung, lange bevor die Möbel bestellt werden. Am besten besprechen Sie den Grundriss früh mit Ihrem Elektriker, damit Steckdosen, Anschlüsse und Stromkreise exakt zu den geplanten Geräten passen.

Diese Normen sollten Sie kennen: DIN 18015 und RAL-RG 678

In Deutschland gibt es klare Regelwerke für die elektrische Ausstattung von Wohnräumen. Die wichtigste Norm ist die DIN 18015, in der aktuellen Fassung DIN 18015-2:2021-10. Sie legt die Mindestausstattung sowie die sogenannten Installationszonen fest, also die Bereiche, in denen Leitungen verlegt werden dürfen. Ergänzend dazu gibt es die Richtlinie RAL-RG 678. Sie ist praxisnäher und unterscheidet mehrere Ausstattungsstufen, von der Mindest- über die Standard- bis zur Komfortausstattung. Während die DIN den gesetzlichen Mindestrahmen vorgibt, zeigt die RAL-RG 678, was für eine moderne, komfortable Küche tatsächlich sinnvoll ist.

Wichtig zu wissen: Arbeiten an der festen elektrischen Anlage dürfen in Deutschland nicht von Laien ausgeführt werden. Laut Niederspannungsanschlussverordnung sind diese Tätigkeiten ausgebildeten Fachkräften vorbehalten. Die eigentliche Verlegung und der Anschluss gehören also immer in die Hände eines qualifizierten Elektrikers.

Wie viele Steckdosen braucht eine moderne Küche?

Die ehrliche Antwort lautet: mehr, als die meisten Menschen vermuten. Die DIN 18015-2 nennt als Mindestmaß rund acht Steckdosen für kleine Küchen unter 20 Quadratmetern und etwa 13 Steckdosen für größere Küchen mit mehr Geräten. Diese Werte gelten jedoch nur als unterste Grenze und sind für den heutigen Alltag oft zu knapp bemessen.

Die RAL-RG 678 ist deutlich realistischer. Sie geht je nach Ausstattungsstufe von etwa 17 bis 28 Steckdosen aus. Für eine durchschnittliche Standardküche werden rund 15 bis 17 Steckdosen empfohlen, in einer Komfortküche dürfen es 25 oder mehr sein. Eine sinnvolle Aufteilung sieht zum Beispiel so aus: etwa zehn Steckdosen für Kleingeräte wie Mixer, Kaffeemaschine, Toaster und Wasserkocher, dazu vier Anschlüsse für Großgeräte wie Herd, Backofen, Geschirrspüler und Mikrowelle, sowie mehrere Beleuchtungsanschlüsse.

Übrigens kursiert immer wieder das Gerücht, die DIN schreibe für eine 75 Quadratmeter große Wohnung 47 Steckdosen vor. Das Deutsche Institut für Normung hat 2023 klargestellt, dass diese Zahl auf einer Fehlinterpretation beruht. Die Norm gibt keine feste Gesamtzahl je Wohnung vor, sondern Empfehlungen je Raum und je Arbeitsfläche.

Die richtige Höhe und Platzierung der Steckdosen

Mindestens so wichtig wie die Anzahl ist die richtige Position. Über der Arbeitsplatte sollten die Steckdosen für die kleinen Küchengeräte gut erreichbar sein. Als ideale Höhe gelten rund 115 Zentimeter über dem Boden, also etwa eine Handbreit über der üblichen Arbeitsplatte. Damit sitzen die Steckdosen oberhalb des Spritzwasserbereichs und sind dennoch bequem zugänglich. In der Praxis liegt der sinnvolle Bereich zwischen 100 und 130 Zentimetern.

Für Geräte, die fest unter der Arbeitsplatte oder in Schränken stehen, etwa Geschirrspüler oder Kühlschrank, werden die Steckdosen weiter unten gesetzt, häufig auf rund 20 Zentimeter Höhe. Praktisch ist es, diese Anschlüsse nicht direkt hinter dem Gerät, sondern im benachbarten Schrank zu platzieren. So kommen Sie später noch an den Stecker, ohne das schwere Gerät herausziehen zu müssen. In barrierefreien Küchen gelten nach DIN 18040-2 abweichende Höhen, hier liegen die Werte bei etwa 85 und 40 Zentimetern, damit alles auch im Sitzen gut erreichbar ist.

Verteilen Sie die Steckdosen großzügig entlang der gesamten Arbeitsfläche. Eine bewährte Faustregel ist, je rund 60 Zentimeter freier Arbeitsfläche eine Doppelsteckdose einzuplanen. So vermeiden Sie, dass mehrere Geräte um die einzige Steckdose neben dem Herd konkurrieren.

Großgeräte gehören auf eigene Stromkreise

Ein zentraler Punkt jeder Küchenplanung sind die leistungsstarken Großgeräte. Sie ziehen so viel Strom, dass sie ihren eigenen, separat abgesicherten Stromkreis bekommen sollten. Das verhindert, dass die Sicherung herausspringt, wenn mehrere Geräte gleichzeitig laufen.

Der Herd und ein eigenständiges Kochfeld benötigen in der Regel einen Drehstromanschluss, umgangssprachlich auch Starkstromanschluss genannt. Dabei handelt es sich um eine 400-Volt-Versorgung über eine Herdanschlussdose, die der Elektriker mit einer eigenen Leitung absichert. Ein Induktionskochfeld hat hier besonders hohe Spitzenlasten, weshalb der separate Anschluss umso wichtiger ist.

Der Backofen wird je nach Modell entweder über den Herdanschluss oder über eine eigene 230-Volt-Leitung versorgt. Der Geschirrspüler sollte ebenfalls einen eigenen Stromkreis erhalten, abgesichert mit 16 Ampere, denn beim Aufheizen des Wassers kann er bis zu 3 Kilowatt und mehr aufnehmen. Auch für den Kühlschrank und die Gefrierkombination empfiehlt sich nach heutigem Stand der Technik eine eigene Leitung. So bleiben Ihre Lebensmittel auch dann gekühlt, wenn in einem anderen Stromkreis einmal die Sicherung auslöst. Für die Dunstabzugshaube planen Sie am besten eine separate Steckdose oder Anschlussdose in passender Höhe ein.

Sicherheit geht vor: Abstand zu Wasser und Hitze

In der Küche treffen Strom, Wasser und Hitze auf engem Raum aufeinander. Genau deshalb gibt es klare Sicherheitsregeln. Steckdosen und Anschlüsse sollten niemals direkt neben dem Spülbecken oder unmittelbar hinter dem Kochfeld sitzen. Halten Sie ausreichend Abstand zu den Wasserstellen ein, damit kein Spritzwasser in die Steckdose gelangt. Auch der Bereich direkt über dem Herd ist tabu, weil Hitze und Fettdämpfe die Kontakte angreifen können.

Ein absolutes Muss in jeder modernen Küche ist der Fehlerstrom-Schutzschalter, früher FI-Schalter genannt, heute meist als RCD bezeichnet. Dieser Schutzschalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von 30 Milliampere unterbricht den Stromkreis blitzschnell, sobald ein gefährlicher Fehlerstrom auftritt, etwa wenn ein Mensch einen unter Spannung stehenden Teil berührt. Bei Neuinstallationen ist diese Schutzeinrichtung für die Steckdosenstromkreise vorgeschrieben. Ihr Elektriker prüft außerdem, ob die Leiterquerschnitte und Sicherungen zur erwarteten Last passen, damit nichts überhitzt. Diese Punkte lassen sich nicht durch geschicktes Verkabeln einsparen, sie sind reiner Personenschutz.

Beleuchtung von Anfang an mitplanen

Zur Stromplanung gehört mehr als nur die Steckdose für den Toaster. Eine gut beleuchtete Küche braucht mehrere Lichtquellen: eine Allgemeinbeleuchtung an der Decke, gezielte Arbeitsplatzbeleuchtung über der Arbeitsfläche und oft auch eine stimmungsvolle Beleuchtung über dem Esstisch oder der Kochinsel. Besonders beliebt sind LED-Leisten unter den Oberschränken, die die Arbeitsfläche blendfrei ausleuchten. Auch diese Beleuchtung braucht eine Stromzuführung und idealerweise einen praktisch erreichbaren Schalter. Planen Sie die nötigen Anschlüsse rechtzeitig ein, damit später keine sichtbaren Kabel verlegt werden müssen.

Zukunftssicher planen: USB, Smart Home und Kochinsel

Eine Küche, die heute geplant wird, sollte auch in einigen Jahren noch passen. Steckdosen mit integriertem USB-C-Anschluss sind praktisch, um Smartphone, Tablet oder Küchenwaage ohne klobiges Netzteil zu laden. Wenn Sie über vernetzte Geräte oder Smart-Home-Technik nachdenken, planen Sie zusätzliche Leitungen und gegebenenfalls einen Netzwerkanschluss ein.

Ein häufig unterschätztes Thema ist die Kochinsel. Steht sie frei im Raum, lässt sich Strom nicht einfach über die Wand zuführen. Hier muss die Leitung bereits im Estrich oder im Boden verlegt werden, lange bevor die Küche steht. Wer eine Insel mit Kochfeld, Steckdosen oder Dunstabzug plant, sollte das unbedingt frühzeitig mit dem Elektriker abstimmen, da eine nachträgliche Lösung sehr aufwendig wird.

Häufige Fehler bei der Küchenplanung

Aus der Praxis kennen unsere Elektriker immer wieder dieselben Stolperfallen. Zu wenige Steckdosen stehen an erster Stelle, gefolgt von Anschlüssen an der falschen Stelle, etwa hinter dem Geschirrspüler statt im Nachbarschrank. Ebenso typisch ist es, alle Großgeräte an einen einzigen Stromkreis zu hängen, was bei gleichzeitigem Betrieb regelmäßig die Sicherung auslöst. Auch die Beleuchtung über der Kochinsel oder dem Esstisch wird gern vergessen. Diese Fehler entstehen fast immer dann, wenn die Stromplanung erst nach der Möbelplanung kommt. Drehen Sie die Reihenfolge um und beziehen Sie den Elektriker frühzeitig ein.

Fazit: Lassen Sie Ihre Küche vom Fachmann planen

Eine durchdachte Stromplanung ist die Grundlage für eine Küche, die nicht nur schön aussieht, sondern auch sicher und komfortabel funktioniert. Wichtig sind genügend Steckdosen an den richtigen Stellen, eigene Stromkreise für die Großgeräte, ein zuverlässiger Fehlerstrom-Schutzschalter und der nötige Abstand zu Wasser und Hitze. Da Arbeiten an der elektrischen Anlage ausgebildeten Fachkräften vorbehalten sind, sollten Sie diese Aufgabe einem erfahrenen Elektriker überlassen.

Genau hier ist Elektro Singer für Sie da. Unsere Elektriker beraten Sie bei der Planung Ihrer neuen Küche, setzen alle Anschlüsse normgerecht um und sorgen dafür, dass Ihre Stromversorgung sicher und zukunftsfähig ist. Ob Neuinstallation, Modernisierung oder ein dringendes Anliegen rund um die Uhr, wir sind erreichbar. Rufen Sie uns einfach an unter 0159-04386926, und vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Elektriker.